Thilo Krause

Foto: Yvonne Böhler

Der Mitschnitt der Preisverleihung wird am 03.04.2019 veröffentlicht.


Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an den 1977 in Dresden geborenen und in Zürich lebenden Thilo Krause. Die Jury würdigte in ihrer Sitzung am 18. und 19. Januar 2019 in Freiburg den bei der Edition Lyrik Kabinett bei Hanser erschienenen Band „Was wir reden, wenn es gewittert“ als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2018. Der mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis wird am 3. April 2019, dem Geburtstag Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen. Preisstifter sind der Südwestrundfunk und das Land Baden-Württemberg. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehörten u. a. Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Uljana Wolf, Friederike Mayröcker und Farhad Showghi.

Die Jury in ihrer Begründung:

„Bei Thilo Krause stehen die Dinge im Licht: Transparenz, Klarheit, karge Fülle sind die Kennzeichen seiner Lyrik. Bei ihm kommen die alltäglichen Momente zur Sprache, aber in einer Sprache, die nicht alltäglich ist, sondern aus der Verdichtung ihre Stärke zieht. Er kennt seine Vorbilder aus der mediterranen und anglophonen Moderne, bleibt aber mit wachem Auge im Gegenwärtigen: „Ich glaube an die Dinge / die mich umgeben. // Ich glaube an die Strömung / hell hinter den Steinen im Bach.“ Dabei bleibt die scheinbar vertraute, doch stets erstaunliche Welt in Fluss, weil sie sich im Austausch mit dem Erinnerten und in unaufdringlich-erhellenden Perspektivwechseln immer neu konkretisiert: „Draußen fließen die Bäume ums Haus. / Drinnen jagen die Schatten. // Was ich dir sagen wollte, steht / auf die Wände geschrieben // flackert / erlischt.“

Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1984 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel (geboren am 3. April 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin), den bedeutenden Lyriker und langjährigen Chefredakteur der Literaturzeitschrift „Sinn und Form“. Huchel starb am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau. Die Jury besteht aus sieben unabhängigen Literaturkritikerinnen und -kritikern sowie Autorinnen und Autoren.